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Ruoss-Renold, Jakob (1845–1927)

 
* 10.9.1845, Schübelbach, 4.5.1927, Heimatort: Schübelbach SZ.

Firmendirektor.

 

 
 

Jakob Ruoss, Relief von Arnold Ruoss

 

Jakob Ruoss kam schon als Knabe mit seinen Eltern vom oberen Zürichsee nach Kaufbeuren in Bayern, wo sein Vater eine Meisterstelle in der dortigen Baumwollspinnerei angetreten hatte. Hier besuchte er die städtischen Schulen. Als sein Vater im Jahre 1859 als technischer Leiter der neugegründeten Bindfadenfabrik Innerstadt berufen wurde, musste auch Jakob sich in der Fabrik betätigen. Die knappe Freizeit nutzte er, um sich durch Privatunterricht in Mathematik, Zeichnen und anderem auszubilden. In besagter Fabrik machte er eine kaufmännische Lehre und mit 20 Jahren trat er als Commis im Hause Nestlé und Cie. in Frankfurt a. M. in Stellung. 1872 kehrte sein Vater in die Schweiz zurück, wo er sich an einer neugegründeten mechanischen Bindfadenfabrik beteiligte. Er wurde zu deren Direktor und Jakob Ruoss seine fachmännische Hilfe.

1878 liess sich Ruoss in Schleitheim nieder, wo er unter der Firma Denzler, Ruoss & Cie., später Jeger & Ruoss eine Lohnspinnerei und Weberei für Hanf und Flachs errichtete. 1880 verehelichte er sich mit Elisabeth Renold von Dätwyl, mit der er drei Söhne hatte, darunter den Bildhauer Arnold Ruoss.

Mit dem Zusammenschluss der beiden Firmen Jeger & Ruoss in Schleitheim und Meier, Wäspi und Cie. in Niederlenz übersiedelte er 1898 nach Niederlenz, wo sich das Hauptgeschäft befand. Diesem stand er bis 1915 als Direktor vor. 1911 verstarb seine Gattin.

Von 1909-1920 war er als Mitglied der Fortschrittspartei Mitglied im Grossen Rat. Viele Jahre wurde er zum Präsident der Schulpflege in Niederlenz gewählt, dann war er Präsident der christkatholischen Genossenschaft Lenzburg und wurde in den Synodalausschuss gewählt.

Quelle und Schrift:
Nachruf Jakob Ruoss, in: Lenzburger Zeitung, Mai 1927.
 

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12. Herbsting 2017

Stand: 01.04.11