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Kull, Jakob (1817–1886)

 
* 6.8.1817 Lenzburg; † 10.3.1886; Heimatort: Niederlenz.

Ingenieur, Musiklehrer, Kapellmeister und Geiger.

 

 
 

Bildniss Jakob Kull

 

Jakob Kull kam als Sohn des Untermüllers von Lenzburg, Rudolf Kull, zur Welt. Er gehörte zum Kullstamm der Neubauern-Untermüllern. In Lenzburg besuchte er die städtischen Schulen. Bald schon zeigte er starke Neigungen zur Musik, leitete als Steckenpferd die Kadettenmusik und schrieb kleine Kompositionen. Er verließ dann seine Heimat und ging als Ingenieur nach Wien. Hier war er vom Musikleben in der Stadt so beeindruckt, dass er Musik studierte und Kapellmeister wurde. Als Geiger lernte er bei den Hofkonzerten seine nachmalige Gattin Emerenzia Maria Jöchlinger, Freiin von Jochenstein, kennen, die jeweils als ausgezeichnete Pianistin mitwirkte. Gegen die Bedenken der Schwiegereltern, Kull war ein Bürgerlicher und Protestant und nicht bereit, von seinem Glauben abzuweichen, heiratete das Paar am 25.8.1839. Die Eheleute hatten zwei Töchter, wovon die jüngere, Anna Ludovika, am 21.10.1841 in Klausenburg, wo Kull als Kapellmeister arbeitete, zur Welt gekommen ist. Durch Reisen in die europäischen Großstädte wurde das Leben der Familie sehr abwechslungsreich. Der Ferienaufenthalt auf der Insel Jersey brachte Jacob Kull die Bekanntschaft der englischen Königsfamilie, mit der seine Tochter Anna musizieren durfte. Von 1851 bis 54 lebte die Familie Kull in Vevey, wo Jakob Kull das «Orchestre de jeunes gens» leitete.

Die Geige Jakob Kulls war später im Besitz von Ernst Eich in Lenzburg.
Quelle und Schrift:
Karl Schenkel: "Niederlenz – Vom Werden und Wachsen einer aargauischen Industriegemeinde". Staufberg 1944, S.15f.
 

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23. Herbsting 2016

Stand: 01.04.11